MIK

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Was hinter uns liegt, und was vor uns liegt, sind Winzigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

                                                                                                                                                         Oliver Wendell Holmes


MIK = Mobbingbetroffene Inkognito

Sehen, Reden, Hören, Verstehen, Unterstützen

Zweck von MIK: Hilfe / Selbsthilfe für Mobbingbetroffene und Angehörige



Was bedeutet MIK?

„M“ steht für Mobbingbetroffene

„IK“ steht für Inkognito

Inkognito heißt: mit falschem/anderen/fremden Namen oder ohne Namensnennung

„Inkognito“ kann auch durch „anonym“ ersetzt werden.  Wer in inkognito ist, möchte unerkannt bleiben.

Mobbingbetroffene Inkognito sind Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer jeden Alters die in ihrem Umfeld Mobbing ausgesetzt sind oder waren.


Warum Inkognito?

Mobbing ist immer noch sehr schambesetzt. Nicht selten spuken noch Klischees und Vorurteile in den Köpfen der Bevölkerung herum, z.B.: „Wer gemoppt wird ist komisch oder anders“, „Betroffene sind selbst Schuld wenn sie gemobbt werden“, „Sie haben es nicht besser verdient“, uvm..

Aus Scham diesen Stempel des Klischees aufgedrückt zu bekommen, verschweigen Mobbingbetroffene oftmals ihrem Umfeld ihre Ängste, ihre Qual und  Ihren Schmerz. Immer wieder kommt es vor, dass Mobbingbetroffene all ihren Mut zusammennehmen, sich ihrem Umfeld anvertrauen, aber wenig Hilfe, Empathie oder Unterstützung erfahren. Somit wird nicht nur der Schmerz und die Qual für die Betroffenen immer größer, sondern auch die Einsamkeit und Isolation. Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, kann diese Gefühle, Emotionen und Gedanken eher nachvollziehen.

Bei den MIK Treffen sprechen wir uns ausschließlich mit den Vornamen an. Nachnamen werden nicht genannt. Dies gilt für alle Gruppen.


Wer kommt zu den Treffen von MIK?

Zu den MIK-Treffen kommen Menschen jeden Alters (Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen), jeder Religion, jeder Nationalität und jeden Standes. Es gibt die MIK-Treffen für Betroffene, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte der Betroffenen und für Täter.


Was verbindet die Mitglieder von MIK?

Sie alle verbindet das Thema Mobbing, egal auf welche Weise. Sie sind oder waren betroffen von Mobbing und haben mit den Folgen eine schwere Last zu tragen. Sie möchten sich Menschen mitteilen können, die sie verstehen und annehmen so wie sie sind.


Was machen wir / ich bei den MIK Treffen?

Die Treffen der MIKs werden professionell von mir, Brigitte Hamacher als Coachtrainerin, geleitet. Zum einen bin ich Mutter eines ehemals mobbingbetroffenen Kindes und zum andern bin ich Mobbingexpertin, staatlich zugelassene und zertifizierte Coach-Trainerin. 

MIK ist keine Psychotherapie und  bietet Ihnen auch keinen Ersatz zu dieser oder zu einer medizinischen Behandlung. Die Treffen dienen nicht zur Suche nach Lösungen oder Strategien für Probleme sozialer oder wirtschaftlicher Art. MIK bietet Ihnen aber das Wichtigste: Raum und Zeit, Gemeinsamkeit, Empathie, Gehör und Akzeptanz für Ihre Erfahrungen.

Jeder Teilnehmer erzählt das, was er erzählen und was er mit den anderen Teilnehmern teilen möchte. In der Gruppe entsteht ein „wir Gefühl“ und jeder merkt schnell, dass er nicht alleine ist.


 Gibt es bei den MIK Treffen Regeln und Vorschriften?

Alles was bei einem MIK-Gruppentreffen erzählt oder besprochen wird ist vertraulich und verbleibt ausschließlich in den einzelnen MIK-Gruppen. Sie sind verpflichtet dies zu respektieren und zu akzeptieren. Dies muss von allen Teilnehmern in schriftlicher Form bestätigt werden. Das MIK Gruppentreffen ist ein geschützter Raum.

Jeder Teilnehmer spricht ausschließlich nur für sich selbst und gibt anderen Teilnehmern keine Ratschläge. Zu keiner Zeit wird Kritik an einer anderen Person, Verhalten oder Beiträgen geübt.

Die Teilnahme ist freiwillig und kann zu jeder Zeit beendet werden.


Gibt es Unterschiede bei den MIK Treffen?

Es gibt verschiedene MIK-Treffen:


Das interne MIK-Treffen für Betroffene

ist ausschließlich für Betroffene, die sich anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie sie selbst, mitteilen möchten. Jeder entscheidet für sich selbst was er erzählen möchte. Durch die vielen unterschiedlichen Erfahrungen und Erzählungen und die Offenheit der Betroffenen haben alle die Möglichkeit, mit Abstand von außen auf die gemachten Erfahrungen zu schauen, Erkenntnisse über sich selbst zu erlangen und daraus eigene Strategien und Fähigkeiten zu entwickeln. Zu erfahren, dass ein anderer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, und was er unternommen hat, damit es ihm heute besser geht, ist ein gutes Gefühl, das zusätzlich Mut macht.

Wichtig zu wissen: die Teilnahme sollte immer auf freiwilliger Basis erfolgen! Eltern oder Partner wünschen sich nur zu oft, dass sich ihr Kinde oder Partner einer solchen Gruppe anschließt. Dies entspricht aber nicht immer dem Wunsch des Kindes oder Partners. Da ein solches Treffen von der Offenheit der Einzelnen lebt und profitiert, möchte ich Ihnen, auch im Interesse der anderen Teilnehmer ans Herz legen, die Entscheidung zur Teilnahme dem Betroffenen zu überlassen.


MIK-Treffen mit Angehörigen

An diesen Treffen können Betroffene mit ihren Familien, Verwandten und Freunden teilnehmen. Natürlich können die Angehörigen auch ohne den Betroffenen zu einem MIK-Treffen kommen. Hier können Fragen und auch Ängste offen angesprochen werden. Häufig sind die Helfer von Mobbingbetroffenen mit der Gesamtsituation und den Folgen überfordert. Sie wünschen sich zu erfahren wie sie helfen können und was sie vermeiden sollten. Angehörige stehen selbst unter großem Druck und finden im eigenen Umfeld selten Ansprechpartner, die mit den Ängsten und Nöten offen umgehen können, all diese Anliegen können in der Gruppe besprochen werden.


MIK-Treffen für Eltern

In einem Mobbingfall gerät das Familiensystem aus den Fugen. Alle Familienmitglieder haben ihre Belastungsgrenze erreicht. Es reicht eine Kleinigkeit, um das Fass endgültig zum überlaufen zu bringen. Aber warum ist das so? Wieso hat das Mobbing so großen Einfluss auf ein vorher doch so gut funktionierendes Familiensystem?  Wir gehen diesem Phänomen zusammen auf den Grund. Bei diesem Treffen ist es wichtig, dass alle Teilnehmer offen und bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen. Die Erkenntnis, dass Sie als Familie nicht alleine dastehen, dass es viele Familien gibt, die unter dem Mobbing Ihrer Kinder zu leiden haben gibt Ihnen Hoffnung und Mut. Durch den Einblick, den Ihnen andere Teilnehmer in ihr System gestatten, wird es Ihnen möglich Prozesse zu durchschauen, Strategien zu entwickeln und sich dem Mobbing entgegen zustellen.


Das interne MIK Treffen für Täter

ist ausschließlich für Teilnehmer, die Täter sind oder waren. Oft können Täter ebenso wenig über ihre Gefühle und Wünsche reden wie die Betroffenen. Manch ein Täter ist in seine Rolle hineingedrängt worden und weiß nicht, wie er dieser wieder entfliehen soll. Andere werden als Täter tituliert, sehen sich selbst aber nicht in der Rolle, möchten diese wieder loswerden und sich mit anderen über Erfahrungen austauschen. Gerade die Rolle als Täter ist sehr belastend und hört oftmals nie auf am eigenen Gewissen zu nagen.

Das Umkehren eines Mobbing-Prozesses ist weitaus schwieriger als das Einleiten. Täter haben oftmals den Wunsch, sich dem Betroffenen freundschaftlich zu nähern, werden von diesem aber zurückgewiesen. Die Frustration die dadurch entsteht, macht es dem Täter durchaus nicht leicht, manchmal sogar fast unmöglich den Prozess zu wandeln. Hier haben sie die Gelegenheit durch Austausch von Erfahrungen und durch den Abstand mit dem Sie auf einen Prozess schauen können, Erkenntnisse zu erlangen und Strategien zur Prozessumkehr zu entwickeln.

Wichtig zu wissen: die Teilnahme ist nur für Teilnehmer gedacht, die ihre Rolle als Täter ablegen möchten und an einer Mobbing-Prozessumkehr interessiert sind!


Wie viele Teilnehmer sind bei einem MIK Treffen?

Eine Gruppe besteht mindestens aus 4 und maximal 10 Teilnehmern.


Wann findet ein Treffen statt?

Voraussichtlich in einem 14tägigem Rhythmus. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte meiner Homepage.


Wie lange dauert ein MIK Treffen? 

In der Regel dauert ein MIK Treffen 60 Minutenn.


Wie melde ich mich zu einem MIK Treffen an?

Bitte melden Sie sich über das Kontaktformular, per mail oder Telefon an.


Was kostet ein Treffen bei MIK?

Die Gebühr pro Teilnehmer für ein Treffen beträgt 12 € und ist vorab in bar zu entrichten


Selbstverständlich können Sie auch einen privaten Termin mit mir vereinbaren.







© Brigitte Hamacher 2018